Polarlicht am 21.01.2005

Beobachtungsort: Gudensberg-Obervorschütz, 51,13N, 9,35E
Alle Bilder Digital mit Pentax *istDs, Obj. 18-55mm, bei 18mm F 1:4,0
Alle Zeitangaben in UT.

Physikalischer Hintergrund und Datenplots


18:49, 10 sec. 1600ASA



18:52, 10 sec. 1600ASA



18:54, 10 sec. 1600 ASA



18:57, 10 sec. 1600ASA



19:09, 6 sec. 1600ASA



19:18, 6 sec. 1600ASA



19:20, 6 sec. 1600 ASA



19:25, 6 sec. 1600 ASA



19:28, 6 sec. 1600 ASA



19:30, 6 sec. 1600ASA



19:31, 6 sec. 1600 ASA



19:33, 6 sec. 1600ASA


Ende der ersten ca. 50 Minuten dauernden Phase.



Gegen 21:40 konnte ich nur einen irgendwie helleren Horizont erkennen, aber optisch nichts grünes ausmachen. Durch ein Telefonat mit einem Beobachter im Norden bei klarem Himmel erfuhr ich das ein kräftiges grünes Band zu sehen ist.

Auf den folgenden beiden Bilder ist es in der Wolkenlücke über den Horizontwolken als türkis etwas erahnbar.



21:46, 6 sec. 1600 ASA



21:56, 8 sec. 800 ASA



Ab 22:30 begann eine ca. 20-minütige weitere Aktivitätsphase.



22:38, 15 sec. 400 ASA



22:40, 15 sec. 400 ASA



22:51, 15 sec. 400 ASA



Zu den Belichtungseinstellungen:
Dies war das erste Polarlicht welches ich mit der Pentax aufnehmen konnte. Leider war die Anfängliche Einstellung mit 1600 ASA ohne Rauschunterdrückung nicht das wahre :-(
Nach Auswertung der Bilder am PC weiss ich jetzt erst auch das Kamera-Display zu beurteilen.
Das Bild von 21:56 ist dann mit 800 ASA auch ohne Rauschunterdrückung. Hier ist das Rauschverhalten schon wesentlich besser, aber auch noch nicht optimal. Die Rauschunterdrückung ist ab 800 ASA auf jeden Fall zu benutzen.

Die Bilder ab 22:38 sind dann mit 400 ASA entstanden, womit ich sehr zufrieden bin.
Allerdings ist dann eine kürzere Belichtungszeit nur mit einem Lichtstarken Weitwinkelobjektiv erreichbar.



Physikalische Daten


Durch einen Protonenflare der X-Klasse (X7,1) der AR 10720 am 20.012005 Maximum 07:02 UT wurde ein koronaler Massenauswurf (CME)erzeugt. Die Position des Flares war N14W61. Eigentlich eine eher ungünstige Position, um eine gute Ausrichtung zur erde zu haben.

X-Ray-Daten vom 19.-21.01.2005
Quelle: Datenübersicht des SEC (GOES-Sateliten)



Kurz nach diesem Flare begann auch der größte solare Strahlungssturm seit 1989.
Hier sind besonders die Protonen der höheren Energien (>100MeV) zu beachten, die seitdem nicht wieder diese Partikeldichten erreichten.
In diesem Plot ist auch die Ankunft der Front durch den kurzen Peak bei den Protonen >10MeV am 21.01. zu sehen.

Protonen-Daten vom 19.-21.01.2005
Quelle: Datenübersicht des SEC (GOES-Sateliten)


Siehe hierzu auch das Bulletin des SEC zu diesem Ereignis SEC Spaceweather-Advisories

Durch den sehr starken Protonenevent war es so gut wie unmöglich die SOHO-Lasco-Bilder auszuwerten. Der Eindruck das doch ein erdgerichter CME entstanden war, bewahrheitete sich dann am 21.01.2005 gegeb 17:00 UT, als die Protonensensoren des ACE-Sateliten die Ankunft der Schockfront vermeldete.


Bild des Lasco-C3 auf dem SOHO-Satelit
Quelle: SOHO-Realtime Daten


Der Radiosweep ergab Messungen des CME von 712km/s. Dieses scheint aber nicht mit der wahren Geschwindigkeit des CME überein zu stimmen. Die Reisedauer betrug letztendlich ca. 35 Stunden, was einer Auswurfgeschwindigkeit von 1800-2000 km/s entsprechen dürfte.


Am 21.01.01 war es dann soweit: Ab 16:40 UT zeichnete sich das Eintreffen der Schockfront immer deutlicher auf den ACE-EPAM-Plots ab. Die Geschwindigkeit stieg ab dort von ca. 580km/s auf 860km/s mit Eintreffen des Schocks um 16:48, und steigerte sich dann bis auf ca. 930km/s im weiteren Verlauf.

Daten des ACE-EPAM-Instruments vom 21.01.2005
Quelle: Datenübersicht des ACE-Sateliten (SEC) (Datenplots in dieser Form dort nicht mehr vorliegend.)


Daten des ACE-MAG- und SWEPAM-Instruments vom 21.01.2005
Quelle: Datenübersicht des ACE-Sateliten (SEC) (Datenplots in dieser Form dort nicht mehr vorliegend.)


23 Minuten später um 17:11 UT wurde an den Magnetometern der GOES-Sateliten und auch bei den irdischen Magnetometern das Eintreffen der Front in Erdnähe registriert.

Daten des GOES-Magnetometers direkt nach Eintreffen des Schocks vom 21.01.2005
Quelle: Datenübersicht des SEC (GOES-Sateliten)


Auch die Magnetometer auf der Erde registrierten die eintreffende schockfront mit einem "Sudden-Impulse" (SI)

Die Magnetometer von Gudensberg ,Kiruna, Magnetsrode.

Magnetometer Gudensberg


Kiruna-Online-Magnetometer
Quelle: http://www.irf.se/mag/


Online-Magnetometer Magnetsrode
Quelle: http://www.geophys.tu-bs.de/dienste/mrode/daten_de.html


Der dreistündige kp-Index war mit kp 7 über 6 Stunden auch recht hoch :

SEC-Daten-Plots
(Quelle: http://www.sec.noaa.gov/ftpmenu/plots.html



Das Interplanetare Magnetfeld (IMF) war leider nur anfänglich bis ca. -27nT im negativen Bereich, was die Möglichkeit noch viel intensiverer Polarlichter beeinträchtigte.

Leider beeinträchtigte das irdische Wetter ein weiteres Mal ein gutes Polarlicht, so das in vielen Teilen Deutschlands und Europas keine Sichtungen oder wie hier auch, nur durch Wolken etwas zu erkennen war. Der 3/4 beleuchtete Mond war aber eigentlich nicht sehr störend, außer im Zusammenhang mit der Bewölkung.


Zu meiner Homepage http://www.lutz-schenk.de/


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Eine nichtgewerbliche Weiterverbreitung  unter Angabe der Quelle ist sogar erwünscht :-)
Lutz Schenk